eine schnelle welt
wir leben in einer schnellen hektischen Welt. es herrscht eine permanente dauerbefeuerung von eindrücken und informationen. Werbung, fernsehen, handys, Musik und so weiter. alles ist immer omnipräsent und man merkt erst wie viel man taeglich ausgesetzt ist wenn das mal nicht der fall ist.
aktuell habe ich nicht die gelegenheit fernsehen zu schauen, komme selten in die Welt draussen und bin nun gezwungen mich mit mir selber zu beschaeftigen. es ist sehr interessant wie sehr man mittlerweile daran gewöhnt ist unterhalten zu werden.
es ist sehr ungewohnt sich mit sich selber zu beschaeftigen, mit wenig moeglichkeiten den tag zu gestalten.
mir ist erst durch dieses setting jetzt aufgefallen wie viel eindruecke taeglich auf mich eingewirkt haben. es geht morgens los mit dem Wecker der den menschen aus dem schlaf reisst. danach erfolgt das Ritual des Aufstehens, zähne putzen, Radio an, musik erstmal in den raum bringen. dann schauen was an emails sich angesammelt hat, eine rauchen und draussen dann zuschauen wie der Rest der welt sich auf seine weg macht. die kinder machen sich auf den weg zur schule, draussen läuten die glocken von einer Kirche, es fahren Autos durch die Strasse, irgendwo bellt ein hund. menschen eilen aus den Häusern und machen sich hektisch auf den weg zur arbeit.
das geraeusch der Kaffeemaschine, der taegliche Ritus des aufraeumens und wegraeumens. dann auf den weg zur Arbeit, vorbei an unzaehligen anderen menschen, werbetafeln, autos und Geschäften mit aushaengen.
ueberall hektisches treiben. das handy in der tasche fuer permanente erreichbarkeit. auf der arbeit das telefon, internet zugang und email. gespraeche mit Kollegen und kunden. druckergeraeusche, papier, lesen und hoeren.
da ist eine pause zum rauchen eine insel der ruhe. dabei dann gespraeche mit anderen rauchern.
wie schon gesagt, hat man das alles nicht um sich, dann fällt das einem erst recht auf. vorher ist das normal und man fragt sich, oder zumindest ich, warum man sich gestresst fühlt.
man schaut schliesslich einen film im fernsehen, nutzt die werbepausen fuer diverse andere Sachen, wie essen kochen, leert die Waschmaschine die gerade zum zehnten mal piept weil sie durchgelaufen ist. dann klingelt das telefon waehrend man die emails neben dem film liest weil man eh gerade nicht aufpasst und kocht nebenher weiter. dann klingelt es an der tuer, es gibt noch ein verspaetetes paket. Unterschrift, Telefonat weiterfuehren, das essen nochmal umruehren und schauen was nach dem film im fernsehen noch kommt im netz. da dann evtl noch mit einem Kumpel chatten der gerade online gekommen ist.
wenn man das alles mal im Zusammenhang sieht ist es glaube ich verstaendlich warum ich gerade nichts mit mir anfangen kann. dabei kann ich so viel machen. schreiben und lesen, malen und einen Spaziergang im Wald.
krasses kontrastprogramm, oder?
naja, es wird besser, aber zumindest wird jetzt so langsam einiges klar. weniger ist mehr und während ich schreibe hoere ich ein hoerbuch, aber schreiben und zuhoeren ist schwer. gleich wenn ich fertig bin starte ich dann nochmal von vorne, schliesslich mag ich doch gerne wissen was passiert ist.
in diesem sinne: schaut mal selber was ihr alles gleichzeitig macht und wie ihr euch befeuert… alles gleichzeitig macht kaputt, ich weiss das nun
